Dave - Kinder wohnen mit Menschen / Rainer Pick
Hubbi-Helden-Dino
Eine "versprochene" Kindergeschichte
 

An diesem Morgen scheint die Sonne rot in das Fenster von Sofie. Auf ihrem Gesicht tanzen die Sonnenstrahlen lustig herum und verwandeln ihre Haut in ein Bild voller roter Schatten. 

 Dave besucht die Saurier

„Guten Morgen, aber jetzt schnell aufgestanden. Es ist schon 8,00 Uhr.“, ertönt die Stimme ihrer Mutti. Obwohl Mutti längst arbeitet und gar nicht zu Hause ist, geht das. Die Technik ist weiter entwickelt worden und seitdem das permanente Telefon erfunden wurde und die Telefonkosten von der UNO gesponsert werden, kann heute Jeder mit Jedem telefonieren. Ob das nun Beate oder Beatrix ist, Elsa und Freya, Juli und Judit und Micha und Jasmin. Selbst wenn der eine in Afrika gerade einen Elefanten besucht, kann er seine Eltern in Prenzlau zu jeder Zeit anklingeln. Telefone sind heute nicht mehr groß und müssen mit der Hand gehalten werden, nein, Telefon sind kleiner als die menschlichen Haare. Daher ist die Antenne, ach was sag ich, das ganze Telefon direkt in zwei drei Haarwurzeln auf dem Kopf für das ganze Leben eingebaut. Angewählt, gesprochen und gehört wird nur im Kopf. Wenn es laut geschehe, könnte man ja die anderen stören. In seinen Gedanken sagt man einen Namen, zum Beispiel den von Mutti, dann dauert es nur kurze Zeit und sie kann dich hören und mit dir reden. So wie es an diesem Morgen also auch die Mutti von Sofie kann. .
Heute ist eben das Jahr 3005!
Gerade hat der erste Tag der Ferien begonnen. Sofie ist schnell in ihr Bad gesprungen, wo die automatische Brause sie schnell, mal kühler, mal wärmer mit einem feinen Wasserstrahl von oben bis unten absprüht. Mit einem noch feineren Strahl sprühte das Wasser, gemixt mit einem Strahl Zahnsahne, die heute statt der Zahncreme von früher gebraucht wird, ihre Zähne blitzblank. Dann pustet es von allen Seiten, mit einem Badezimmer- Wirbelsturm trocknet sich Sofie ab. Zurück  gekehrt in ihr Zimmer, liegen automatisch schon die Anziehsachen für sie bereit. Heute robuste, blaue und grüne Hosen und Jacke. „Regenwasserdicht“, steht auf einem Zettel am Kragen der Jacke. .
„Aha“, .
denkt sich Sofie .
„Für heute ist also auch Regen von der Wetterstation geplant. Na das ist ja prima!“.


Mit diesem Gedanken zieht sie sich an. Gleich darauf klappert es an einer Seite des Zimmers. Heraus gleitet ein kleiner Tisch, ein Hocker an der Seite, dann folgen zwei frisch aufgebackene Brötchen, mit Butter und süßer Marmelade geschmiert. Das Glas mit der frischen Milch ist direkt in den automatischen Kuhställen vor den Toren der Stadt gefüllt und versendet worden. Das weiß Sofie genau, denn erst im vergangenen Jahr hat sie mit ihrer Klasse einen Besuch gemacht und alles angesehen. Die Kühe dort waren rundum zufrieden, wenn man das „Muh, muh“ richtig verstanden hat. Und keine einzige Kuh war lila! Die meisten hatten ein braunes Fell, aber es gab auch die mit den schwarzen Landkarten auf weißem Fell. Die sahen lustig aus. Am lustigsten aber sah der Bauer aus, der diesen Kuhstall leitete. Der hatte sich wie eine Kuh angezogen, Jacke, Hemd und Hose und Schuhe waren weiß. Aber auch er hatte schwarze Flecken und Streifen auf dem Weiß und wenn er vor einer ähnlich farbigen Kuh stand, konnte fast nur noch sein braun gebranntes fröhliches Gesicht sehen. Ja, ja die Kühe lieferten schon viele tausend Jahre die gesunde Milch für die Menschen. Aber vor tausend Jahren, also im Jahre 2005, da roch es noch ziemlich schlecht in den Kuhställen. Beim Besuch von Sofies Klasse war kein schlechter Geruch zu merken.
Ja, das fiel Sofie also ein, als sie ihr Glas frischer Frühstücksmilch trank.
Der erste Ferientag.
In diesem Jahr waren Sommerferien auf dem Campingplatz geplant. Campingplätze im Jahre 3005 waren anders als im Jahr 2005. Wie die Oasen in der Wüste die einzigen Stellen dort sind, wo es ausreichend Wasser und grüne Pflanzen gibt, sind Campingplätze im Jahre 3005 Zeit- Oasen. Auf dem Campingplätzen findet der moderne Menschen, vom Kind bis zum Erwachsenen, seine Erholung dadurch, das er in Zelten und Wohnwagen lebt, die älter als tausend Jahre sind. Wie ein Museum zum darin leben, sind die Campingplätze ausgestattet. Da steht ein Wohnwagen, der rund ist wie ein Ei. Der stammt zum Beispiel aus einer Zeit, da gab es in Europa viele Länder, unterschiedliche Sprachen, ja sogar verschiedene Regierungen. Und alle schrieben ihren Menschen vor, wie sie zu wohnen und zu leben hätten. Da wo Sofie heute mit ihren Eltern lebt, gab es eine DDR. Die drei Buchstaben bezeichneten einmal die Republik und die beiden „D“ standen für demokratisch und deutsch. Das Lustige war, dass es sogar noch eine weitere deutsche Republik gab. Die BRD. Das „R“ war auch als Republik gemeint, aber das „B“ stand für Bund und das „D“ wieder für Deutschland. Soviel Regierung und so viele überflüssigen Ländernamen, so fanden es die Menschen jedenfalls in den vergangenen tausend Jahren und schafften die irgendwann ab. Sogar die Hautfarbe war inzwischen egal..
Es gab in dieser Gegend nur noch Europa.
So sieht es, wenige Stunden später, nach dem der kleine Hubschrauber Sofie auf dem Landeplatz vor dem Campingplatz abgesetzt hatte, auch dort aus. Schon am Eingang wird sie von vielen anderen Kindern begrüßt. Da lachen weiße Zähne, hinter roten Lippen und dunkler Haut ebenso wie Indianer und Bleichgesichter. Fröhlich lacht Sofie zurück und schnell werden neue Freundschaften geschlossen. Für diese Ferienwoche wohnt sie in diesem Wohnwagen- Ei aus der DDR- Zeit. Gleich am Rande des Campingplatzes, direkt neben dem großen Reitplatz, auf dem Pferde sich im fröhlichen Galopp austoben können. Baden kann sie und die anderen Kinder im nahen See. Nur einen Termin hat sie von der Mutti für den Campingplatz reservieren lassen.
Einen Tag im Museum am Rande des Campingplatzes.
Sie hatte schon viel davon gehört. Ein riesengroßes Dino- Gerippe soll da zu finden sein. Unübersehbar steht es in der Eingangshalle. Weit über den Köpfen der Besucher pendelt der Knochen- Saurier- Kopf an der langen Knochen- Klapper- Leiter, die vor noch viel mehr als 1.800 Jahren, ach was sag ich, vor mehr als 80 Millionen Jahren, der lange Hals von dem Dinosaurier war. Gross und hoch wie ein Haus ragen die Knochen vom restlichen Körper. Gestützt auf die vier Knochensäulen der Beine und eine rückwärtige Knochen- Rutschbahn, die einmal der Schwanz von diesem Riesentier war..
Als Sofie am nächsten Morgen in ihrem Wohnwagen- Ei aufwacht, ist alles etwas anders als gewohnt. Nicht nur, weil sie sich mit den eigenen Händen das Gesicht waschen muss und sich auch das Brötchen mit Hilfe eines Messers aufschneidet und schmiert. Nein, von draußen auf dem Campingplatz klingen aufgeregte Rufe an ihr Ohr. Mädchen und Jungen rufen wild durcheinander. Laut bellen ein paar Hunde. Schnell ist sie angekleidet aber mit klebrigen Fingern vom Marmeladebrötchen durch die schmale Tür auf den Campingplatz gegangen.
„Dino!“, hört sie nun deutlich und „Ausgerissen!“ und „über den See“.
„Was ist denn los?“,
fragt sie einen vorbei laufenden Jungen.
„Na, hast du das denn nicht gehört? Wir brauchen einen Helden. Der Dinosaurier aus dem Museum ist ausgerissen!“,
antwortet der Junge und läuft aufgeregt weiter.
Sofies erste Gedanke ist: .
„Na und, dann läuft eben ein Gerippe auf der Erde herum!“.
Aber ...ihr fallen die riesengroßen Zähne im Gerippe maul wieder ein.
„Hmmh, damit kann der durchaus jemanden verletzen. Vielleicht auch noch ein Kind!“.
Kurz entschlossen läuft sie wieder auf den Landeplatz für kleine Hubschrauber. Ihr kleiner, Gelber kommt gerade aus der Luft herab. Sie hatte ihn auf dem Weg zum Landeplatz über ihr permanentes Telefon bestellt. Schnell sitzt sie am Steuerknüppel und fliegt als erstes eine Runde über dem Campingplatz. Von oben sind die Spuren der dicken Saurierfüsse  gut zu erkennen. Da ist sogar ein kleiner Wohnwagen zertreten worden.
„Hoffentlich hat keiner darin geschlafen.“,
denkt sie und steuert dann in Richtung des See, denn dahin zeigen alle Dino- Spuren.
„Ob der gerne Fische frisst?“,
fragt sie sich. Aber da fällt es ihr ein:
„Er hat ja gar keinen Magen mehr, da fallen alle gefressenen Fische durch die Rippen!“
Schon ist ihr kleiner Hubschrauber über den See hinweg geflogen. Suchend blicken Sofies Augen auf die Erde herab.
„Irgendwo muss er doch wieder auf das Land gekommen sein.“.
Da sieht sie den Dinosaurier bereits in voller Größe. Mit Schwung braust die hinter ihm her. „Ich muss ihn aufhalten“,
denkt sie, denn, „Der laatscht noch in die Stadt und dann passiert ein Unglück!“.
Nun hat das Dino- Gerippe auch den kleinen Hubschrauber mit Sofie am Steuerknüppel bemerkt. Er stellt sich auf seine Hinterbeine und fuchtelt wütend mit seinen Vorderbeinen in der Luft herum.
„Nee, nee. So leicht kriegst du mich nicht!“.
Wieder fliegt Sofie eine Kurve. Kühn schraubt sich ihr kleiner Hubbi um das Gerippe herum. Doch da!.
Nur wenige Zentimeter verfehlt Sofie ihren Weg, vorbei am riesengroßen Maul mit den vielen Raubtierzähnen. Eines der Raeder, mit denen der Hubschrauber auf dem Boden stehen kann gerät in die Reichweite der wild fuchtelnden Dino- Vorderpranke. Krachend zersplittert das Rad und im wilden Taumel knallt der Hubschrauber zu Boden.
„Ende! Aus!!“.
Sofie gibt auf.
Da ergreift etwas ihren Arm.
Es schüttelt sanft und fordernd.
Eine warme Hand streicht über Sofies Gesicht.
„Aufwachen Sofie, hast du schlecht geträumt?“.

 

 
hier erklär ich euch ein paar von den Wörtern  
He Du da! Ja Du da! Komm wir machen was zusammen.
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